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Die Leishmaniose der Hunde
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Die Leishmaniose, ist eine im Mittelmeerraum
weit verbreitete Krankheit. In nördlicheren
Ländern Europas kommt sie nur selten vor.
Bei in Deutschland auftretenden Leishmaniosefällen
handelt es sich meistens um Tiere die mit ihren
Besitzer im Mittelmeerraum Urlaub gemacht hatten
oder die aus diesen Gegenden eingeführt
wurde.
Die allgemeine Unkenntnis über die Leishmaniose
sowie die fehlende Erfahrung mit dieser Erkrankung
und deren Behandlungsmöglichkeiten führt
nicht selten zu überzogenen Über-
und Fehlreaktionen
Was ist die Leishmaniose
?
Die Erkrankung wird durch die Infektion von
Blutparasiten (Leishmania infantum) hervorgerufen.
Diese Erreger gelangen über den Stich der
Sandmücke (Phlebotomus), einer winzig kleinen
Stechmückenart, in der Körper des
Hundes. Die Sandmücke nimmt bei ihrem Stich
eines infizierten Hundes die Erreger auf. Bei
einem späteren Stich auf einem gesunden
Hundes wird der Erreger auf diesen Hund übertragen.
Zwischen der Aufnahmen der Blutparasiten durch
die Stechmücke und der Infektion eines
Hundes durch einen erneuten Stich macht der
Blutparasit in der Stechmücke eine mehrere
Tage (4-25d) lange Entwicklungs- und Vermehrungsphase
durch.
Immer wieder wird, auch in Fachkreisen, die
Möglichkeit einer vektorlosen Infektion,
d.h. direkten Übertragung von Hund zu Hund
oder gar Hund zu Mensch diskutiert. Eine seriöse
wissenschaftliche Untersuchung die diese Gefahr
begründet gibt es jedoch nicht. Dies ist
auch der Grund, warum die Leishmaniose auf Mallorca,
sowie dem gesamten Mittelmeerraum vorkommt,
aber nicht in Deutschland. Die Sandmücke
gibt es nur in wärmeren Ländern. Es
wird jedoch immer wieder berichtet, daß
sich, durch Klimaverändrungen oder Anpassung
der Insekten, eine Verbreitung des Lebensraumes
nach Norden hin ausweitet.
Es werden grundsätzlich zwei Erkrankungsformen,
die reine Hautleishmaniose und die viscerale
(generaliserte) Leishmaniose, unterschieden.
Bei der Hautleishmaniose treten Veränderungen
der Haut, besonders am Kopf (Brillenbildung
um die Augen und Ohrrandekzeme) und den Pfoten
(Krallenentzündungen, vermehrtes Krallenwachstum)
aber auch am gesamten Körper durch schlecht
heilende Hautläsionen und haarlose Stellen
auf. Bei der visceralen Leishmaniose sind Apathie,
wiederkehrende Durchfall- und Fieberschübe,
sowie allgemeine Leistungsschwäche die
häufigsten Symptome, oft auch begleitet
mit den oben beschriebenen Hautveränderungen.
Viele Tiere magern stark ab, im fortgeschrittenen
Stadium können die Nieren geschädigt
sein , die Tieren trinken auffallend viel. Seltener
zeigen Tiere, bedingt durch eine Störung
des Gerinnungssystemes wiederkehrende Nasenbluten.&nbs
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Inwieweit nach einer erfolgten Infektion eine
Erkrankung ausbricht hängt nicht zuletzt
an dem Infektionsdruck (Anzahl der Stiche/Parasiten)
und der individuellen Abwehrkraft des Tieres
ab.
Wie erkennt man ob ein Hund
Leishmaniose hat ?
Trotz der o.g. teilweise typischen Symptome
ist die zweifelsfreie Diagnose nur durch mit
eine nähere tierärztliche Untersuchung
zu stellen. Hierbei haben sich Blutuntersuchungen
mit Nachweis Leishmaniosepezifischer Antikörper
als praktikabel und hinreichend zuverlässig
gezeigt. Direkte Nachweismethoden wie Organpunktionen
oder aufwendigeren Verfahren (PCR) können
im Zweifelsfall ergänzend zuer Diagnosesicherung
hinzugezogen werden. Die gelegentlich in südländischen
Tierarztpraxen durchgeführten Schnelltests
oder Untersuchungen auf bestimmte Serumeiweiße
sind aufgrund Ihrer Unsicherheit oder fehlenden
Spezifizität nicht geeignet. Die weiterführende
Untersuchung des Blutes stellt darüber
hinaus die Basis für ein optimales Therapiekonzept
und Beurteilung der Prognose dar.
Wie kann die Leishmaniose
behandelt werden ?
Noch vor wenigen Jahren galt die Therapie mit
Antimon-Präparaten (Glucantime und Pentostam)
als einzige Behandlungsmethoden. Diese Therapieform
besteht aus etlichen zeitlich dicht aufeinander
folgenden Injektionen die für Tier) und
Hundebesitzer aufwendig und nebenbei sehr kostspielig
waren. Gelegentlich wird noch heute diese Behandlungsmethode
angewendet. Da die angewendeten Medikamente
starke Nebenwirkung bis hin zur Schädigung
der Nieren haben können, ist von einer
solchen Behandlung abzusehen. Zweifellos sind
schon unzählige Tiere an einem therapiebedingten
Nierenversagen gestorben
In einer sanfteren Therapie durch die mehrmonatige
Gabe von Alopurinol in Form von Tabletten wird
ein mindestens genauso guter Therapieerfolg,
ohne bekannte Nebenwirkungen erreicht. Diese
Therapie ist deutlich preisgünstiger und
kann ohne regelmäßige tierärztliche
Überwachung durchgeführt werden. Unsere
inzwischen intensiven, mehrjährigen Erfolge
mit diese Therapie sind sehr vielversprechend.
Therapie:
Die ersten 2 Wochen : 2 x täglich 20 mg
Alopurinol / kg Gewicht
Danach 4 Monate 1 x täglich 20 mg Alopurinol
/ kg Gewicht
Ergänzende Vitamingaben, sowie symptomatische
Behandlung von z.B. Hautaffektionen und sekundäre
Erkrankungen sind in Absprache mit dem Tierarzt
durchzuführen.
Immer wieder wird lesen, daß beide Therapieformen
(Antimon oder Alopurinol) nicht zu einer Heilung
sondern nur zu Stillstand der Erkrankung führen.
Dies mag nach wissenschaftlicher Definition
in der Tat schwer zu ermessen sein. Wenn aber
nach unseren Beobachtungen und Untersuchungen
Erfahrung ein Tier nach 4-monatiger Behandlung
bis zu seinem Lebensende frei von Leishmaniosesymptomen
ist, halten wir es für geheilt. Es darf
auch nicht verschwiegen werden, daß bei
einer geringen Zahl von Leishmaniosepatienten
die beschriebene Therapie nicht oder nicht zufriedenstellend
anspricht. Die Ursachen hierfür sind nicht
bekannt - aber eine Heilungsgarantie gibt es
bei keiner Krankheit.
Gibt es vorbeugende Maßnahmen
Eine Impfung gegen die Leishmaniose existiert
zur Zeit noch nicht. Zur Anwendung von Stechmücken
fernhaltenden Mitteln (Autan o.ä.) wie
sie für den Menschen auf dem Markt sind
kann nicht geraten werden.
Seit einiger Zeit werden auf Präparate
in Form von Halsbändern oder SpotOns angeboten
die den Stich der Mücken verhindern sollen.
Wirklich zuverlässige Erkenntnisse über
deren Schutz liegen allerdings noch nicht vor.
Die ratsame Schutzmaßnahme um die Gefahr
eines Mückenstiches zu minimieren ist das
Tier abends sowenig wie möglich im Freien
zu lassen, da in dieser Zeit die Steckmücken
am aktivsten sind.
Für Tiere die sich nur kurze Zeit, reisebegleitend
im Süden aufhalten kann eine prophylaktische
Gabe der zur Therapie verwendeten Alopurinol-Tabletten
in Absprachen mit dem Tierarzt erwogen werden.
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